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My Way

Gekommen, um zu bleiben!

Die Brüder Mladen und Bosko Kojadinovic erzählen über ihren beruflichen Weg in der Pflege am Universitätsklinikum Heidelberg

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My Way

Mladen und Bosko Kojadinovic

Mein Name ist Mladen Kojadinovic. Ich arbeite im Querschnittzentrum, also in der Klinik für Paraplegiologie des Universitätsklinikums Heidelberg. Das ist ein international anerkanntes Zentrum zur ambulanten und stationären Behandlung akut und chronisch Querschnittgelähmter. Die Paraplegiologie gehört zur Orthopädischen Universitätsklinik in Schlierbach. Ich bin hier kommissarischer Stellvertreter der Pflegestationsleitung. Noch vor ein paar Jahren hätte ich nicht für möglich gehalten, eine so verantwortungsvolle Aufgabe in Deutschland zu übernehmen.


Erster Kontakt über Triple Win

Nach Deutschland kam ich zusammen mit meinem Bruder Bosko vor etwa drei Jahren über das Projekt Triple Win. Bis dahin war ich Anästhesieassistent in meiner Heimat, Serbien. Wir haben uns gemeinsam beworben, uns vorgestellt und sind auch beide angenommen worden – dann ging es los. Am UKHD sind wir gleich sehr nett empfangen worden. Anfangs war es schwer, wir hatten zwar Vorkenntnisse, mussten aber zu Beginn richtig die Sprache lernen und viele Papiere ausfüllen.

Erst wollte ich auf die Intensivstation, habe dann aber den Vorschlag angenommen, in die Orthopädie zu gehen. Übrigens auch zusammen mit meinem Bruder Bosko. Hier haben wir uns sehr gut eingefunden. Die Verantwortlichen haben uns gleich von Anfang an gefördert und jetzt sind wir nach weniger als drei Jahren schon in Leitungsfunktionen.


Anspruchsvolle Aufgaben

Das Arbeiten im Querschnittzentrum ist anspruchsvoll. Wir haben beide auch eine Zeitlang auf einer orthopädischen Station in Serbien gearbeitet, da gab es aber eigentlich nur Hüft- oder Knie-OPs, und wenig Unfallchirurgie. Querschnitt ist etwas komplett Anderes. Die Beziehung, die ich zu Patienten aufbaue, ist sehr intensiv und geht auch über den reinen Krankenhausaufenthalt hinaus. Zwischen Pfleger und Patient gibt es viel mehr Menschlichkeit.

Ich versuche in diesem Bereich immer dazu zu lernen und mich weiter zu spezialisieren. Gleich zu Beginn hat mir der Stationsleiter, eine Weiterbildung in diesem Gebiet angeboten – obwohl gar nicht klar war, ob ich auf dieser Station bleibe. Er wollte mich einfach unterstützen. Ich bin sehr dankbar dafür.


Unterstützung von Anfang an

Hier am UKHD wird man wirklich unterstützt und in seinen Talenten gefördert, das gab es in meinen früheren Jobs nicht.

Bosko Kojadinovic ergänzt: Ich kann meinem Bruder nur Recht geben, die Entwicklung ist wirklich sehr schnell verlaufen. Wir sind hier erst als Pflegehelfer angekommen, weil unsere Abschlüsse noch anerkannt werden mussten. Das hat etwas gedauert. Nach ungefähr einem Jahr hatte ich die Anerkennung erhalten und seitdem bin ich wieder ein anerkannter Krankenpfleger. Danach hat mir meine Stationsleiterin nach kurzer Zeit schon eine Praxisanleiter-Weiterbildung angeboten, die ich auch gemacht habe. Jetzt bin ich seit dem 1. Januar 2021 auch stellvertretender Stationsleiter in der Orthopädie.


„Schon ein Wahnsinn, was alles in den drei Jahren passiert ist und wie wir uns hier entwickeln konnten“

Ich bin mit der Situation super zufrieden, bis jetzt läuft alles sehr gut. Die Kommunikation ist toll, die Beziehung mit der Pflegedienstleitung und meiner Stationsleiterin ist auch klasse. Ich kann nur allen raten: Seid mutig, macht etwas aus eurem Leben, auch wenn es mal schwierig wird. Ich musste mit 22 Jahren in einem anderen Land bei null anfangen – aber es hat sich gelohnt.

Pflege ist heute mein Traumberuf. Eigentlich dachte ich, ich würde Sport studieren, wollte Sportlehrer oder Trainer werden – aber ich habe mich erst nach dem Praktikum in den Pflegeberuf verliebt. Mit dem wirklichen Kontakt zu Patienten im Krankenhaus habe ich gespürt, dass das mein Ding ist. Meine Arbeit gibt mir viel und ich versuche, den Menschen viel zurückzugeben.